Digitaler Nachlass

Fast jeder ist im World-Wide-Web tätig und hinterlässt demzufolge aufgrund seiner Nutzung zum Teil hochsensible Daten. Was passiert mit diesen Daten bei dem Ableben eines Menschen?

Im Rahmen der Universalsukzession geht gemäß § 1922 BGB grundsätzlich das komplette Vermögen des Erblassers auf den oder die Erben über. Dies gilt nicht nur für Immobilien, bewegliche Gegenstände und Bankguthaben, sondern auch für Zugangscodes oder Passwörter der entsprechenden Mail-Accounts.

Alle Rechte, die der Nutzer zu Lebzeiten in diversen sozialen Netzwerken, wie z. B. Facebook, Twitter, StudiVZ oder anderen hatte, gehen im Erbfall auf die Erben über.

Wer nicht möchte, dass die Erben diese Daten zur Kenntnis bekommen, sollte bereits zu Lebzeiten Regelungen treffen. Außerdem kann in einem Testament ein Testamentsvollstrecker bestimmt werden mit der Aufgabe, sich die Daten herausgeben zu lassen und nach dem Willen des Erblassers zu verwenden oder auch zu löschen.

Darüber hinaus kann ein Vermächtnisnehmer bestimmt werden, der einen einklagbaren Herausgabeanspruch auf sämtliche Daten hat. Wichtig ist hierbei jedoch, dass man eine Aufstellung hinterlässt, um welche Daten es sich handelt.

Fazit:  Das Thema digitaler Nachlass wird mittelfristig breiter diskutiert werden und nimmt bei dem diesjährigen Deutschen Anwaltstag einen großen Raum ein. Es ist zu erwarten, dass Handlungsempfehlungen ausgesprochen werden.

 
 

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