Testamentsvollstreckung

Die Testamentsvollstreckung ist eine Anordnung des Erblassers, den Nachlass in seinem Sinne zu regeln und wird in den §§ 2197 - 2228 BGB geregelt. Jeder Erblasser hat das Recht einen Testamentsvollstrecker zu bestimmen, § 2197 Abs. 1 BGB. Dies kann insbesondere hilfreich sein, wenn die Erben noch minderjährig sind, behindert oder eine zerstrittene Erbengemeinschaft zu erwarten ist. Die Einrichtung einer Testamentsvollstreckung kann z. B. sinnvoll sein,

  • bei einem sehr großem Nachlass,
  • bei minderjährigen oder behinderten Erben,
  • einer unübersichtlichen Erbengemeinschaft,
  • einer Stiftungserrichtung von Todes wegen.

 

Es kann eine Abwicklungsvollstreckung oder eine Dauertestamentsvollstreckung angeordnet werden. Die Dauertestamentsvollstreckung kann an das Erreichen eines bestimmten Ereignisses, z. B. Volljährigkeit oder auch Tod eines Erben geknüpft werden.

Der Erblasser kann im Testament die Aufgaben des Testamentsvollstreckers näher beschreiben. Erfolgt dies nicht, sind die Aufgaben des Testamentsvollstreckers regelmäßig folgende:

  • Organisation der Beerdigung des Erblassers,
  • Beantragung eines Erbscheins oder eines Testamentsvollstreckerzeugnisses,
  • Inbesitznahme und ordnungsgemäße Verwaltung des Nachlasses,
  • Erstellung des Nachlassverzeichnisses,
  • Einzug von Forderungen und Erfüllung von Verbindlichkeiten,
  • Ausführung sonstiger Verfügungen des Erblassers, z. B. Vermächtnisse und Teilungsanordnungen,
  • Aufstellung eines Teilungsplanes,
  • Abgabe der Erbschaftsteuererklärung und Abführung der Erbschaftsteuer,
  • Verteilung des Nachlasses entsprechend der Erbquoten,
  • Übertragung von Immobilien auf die Erben gemäß des Teilungsplanes und ggf. Löschung des Testamentsvollstreckervermerks im Grundbuch,
  • gesetzliche Auskunftspflichten gegenüber den Erben.

 

Trifft der Erblasser im Testament keine individuelle Vergütungsregelung, richtet sich diese nach gebräuchlichen Tabellen, z. B. den Vergütungsempfehlungen des Deutschen Notarvereins.

Der Erblasser sollte bei der Beratung seiner Testamentserrichtung erfragen, welche Vergütung der zu bestellende Testamentsvollstrecker erheben wird.

 
 

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