Tätigkeitsbereiche und Besteuerung

Bei der gGmbH kann zwischen vier Tätigkeitsbereichen differenziert werden (vgl. Winheller, Die gemeinnützige GmbH, 2.3 ff.; Mecking, Die GmbH im Dritten Sektor, S&S, RS 02/2020 m.w.N.):

  1. Der ideelle Bereich umfasst die Tätigkeit, die der Verwirklichung der in der Satzung festgelegten gemeinnützigen Zwecke dient. Als Einnahmen kommen hier Spenden, Erbschaften oder Zuschüsse der öffentlichen Hand in Betracht. Die Einnahmen unterliegen nicht der Körperschaft- oder Gewerbesteuer. Für die Anerkennung als gemeinnützig ist eine Tätigkeit im ideellen Bereich unentbehrlich.

  2. Der zweite Bereich kann die Vermögensverwaltung darstellen. Eine Vermögensverwaltung liegt in der Regel vor, wenn Vermögen genutzt wird, beispielweise Kapitalvermögen verzinslich angelegt oder unbewegliches Vermögen vermietet oder verpachtet wird, § 14 Satz 3 AO. Diese erwirtschafteten Erträge unterliegen nicht der Körperschaft- und Gewerbesteuer.

  3. Im dritten Bereich kann die gGmbH einen Zweckbetrieb unterhalten. Ein Zweckbetrieb ist wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb, der ausschließlich dazu dient, die satzungsmäßigen steuerbegünstigten Zwecke der gGmbH zu erfüllen. Der Zweckbetrieb ist steuerlich privilegiert und unterliegt nicht der Ertragsteuer, wenn die strengen Anforderungen der §§ 65 ff. AO eingehalten werden. § 65 AO konkretisiert die Anforderungen an einen steuerbegünstigten Zweckbetrieb.

  4. Im vierten Bereich unterhält die gGmbH einen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb. Der wirtschaftliche Geschäftsbetrieb zeichnet sich durch eine selbstständige nachhaltige Tätigkeit aus, durch die Einnahmen über eine bloße Vermögensverwaltung hinaus erzielt werden und die nicht der Erfüllung des steuerbegünstigten Zwecks dienen, § 14 Satz 1 AO. Die Körperschaft- bzw. Gewerbesteuer entsteht aber erst, wenn die jährlichen Einnahmen einschließlich Umsatzsteuer 35.000 Euro im Jahr übersteigen, § 64 Abs. 3 AO.

 
 

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