Entlassung

In der Regel endet die angeordnete Testamentsvollstreckung mit

  • der Erfüllung der dem Testamentsvollstrecker obliegenden Aufgaben;

  • Erschöpfung des Nachlasses;

  • Ablauf einer vom Erblasser angeordneten Frist;

  • Eintritt einer vom Erblasser angeordneten Bedingung.

Bei Konflikten zwischen den Erben und dem Testamentsvollstrecker kann der Testamentsvollstrecker aus seinem Amt entlassen werden. Für die Entlassung bedarf es eines Antrags eines der Beteiligten gegenüber dem Nachlassgericht sowie das Vorliegen eines wichtigen Grundes. Ein solcher Grund liegt insbesondere bei einer groben Pflichtverletzung oder der Unfähigkeit zur ordnungsmäßigen Geschäftsführung des Testamentsvollstreckers vor, vgl. § 2227 BGB.

Eine grobe Pflichtverletzung im vorgenannten Sinne besteht in jedem schuldhaften Verhalten, das die Belange der Beteiligten erheblich gefährdet, vor allem in strafbarer Untreue, aber auch in minder schweren Verstößen, wie etwa der Nichtbefolgung von Anordnungen des Erblassers oder ordnungswidriger Verwaltung (vgl. BayObLG Beschl. v. 29.03.1976 – BReg 1 Z 9/76 = NJW 1976, 1692 ff.). Hierunter kann im Einzelfall beispielweise die Nichterstellung eines Nachlassverzeichnisses trotz Mahnung und Fristsetzung oder die Entnahme einer überhöhten Testamentsvollstreckervergütung fallen. Die Entscheidung über die Entlassung des Testamentsvollstreckers bei Vorliegen eines wichtigen Grundes steht im (Versagungs-)Ermessen des jeweiligen Nachlassgerichts.

 
 

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