Anordnung und Aufgaben

Die Anordnung der Testamentsvollstreckung muss in einer Verfügung von Todes wegen erfolgen. Die Person des Testamentsvollstreckers kann jeweils vom Erblasser, von einem Dritten oder dem Nachlassgericht bestimmt werden. Die Anordnung der Testamentsvollstreckung bietet sich an insbesondere bei:

  • einem sehr großen Nachlass,

  • minderjährigen oder behinderten Erben,

  • einer Erbengemeinschaft oder

  • einer Stiftungserrichtung von Todes wegen.

Der Erblasser kann in der Verfügung von Todes wegen grundsätzlich die Aufgaben des Testamentsvollstreckers konkretisieren. Fehlt es an einer solchen Konkretisierung, sind die Aufgaben des Testamentsvollstreckers regelmäßig folgende:

  • Organisation der Beerdigung des Erblassers,

  • Beantragung eines Erbscheins oder eines Testamentsvollstreckerzeugnisses,

  • Inbesitznahme und ordnungsgemäße Verwaltung des Nachlasses,

  • Erstellung des Nachlassverzeichnisses,

  • Einzug von Forderungen und Erfüllung von Verbindlichkeiten,

  • Ausführung sonstiger Verfügungen des Erblassers, z. B. Vermächtnisse und Teilungsanordnungen,

  • Aufstellung eines Teilungsplanes,

  • Abgabe der Erbschaftsteuererklärung und Abführung der Erbschaftsteuer,

  • Verteilung des Nachlasses entsprechend der Erbquoten,

  • Übertragung von Immobilien auf die Erben gemäß des Teilungsplanes und ggf. Löschung des Testamentsvollstreckervermerks im Grundbuch,

  • gesetzliche Auskunftspflichten gegenüber den Erben.

Der konkrete Aufgabenkreis bestimmt sich zusätzlich durch die Art der Testamentsvollstreckung. Zu unterscheiden sind:

I. Abwicklungsvollstreckung

Die Abwicklungsvollstreckung stellt den Regelfall bei der Anordnung der Testamentsvollstreckung dar, sofern der Erblasser nichts anderes verfügt hat. Die Rechte und Pflichten des Testamentsvollstreckers ergeben sich hier insbesondere aus den Regelungen der §§ 2204 ff. BGB. Im Vordergrund der Abwicklungsvollstreckung steht namensgebend die Abwicklung und Auseinandersetzung des Nachlasses. Mit der Abwicklung des Nachlasses endet die Testamentsvollstreckung.

II. Dauertestamentsvollstreckung / Verwaltungsvollstreckung

Neben der Abwicklungsvollstreckung besteht die Möglichkeit der Anordnung der Dauertestamentsvollstreckung oder der Verwaltungsvollstreckung. Bei der Verwaltungsvollstreckung wird dem Testamentsvollstrecker die Verwaltung des Nachlasses übertragen, ohne ihm andere Aufgaben als die Verwaltung zuzuweisen, vgl. § 2209 Satz 1 Halbsatz 1. Beispielweise soll der Testamentsvollstrecker bis zum Eintritt der Volljährigkeit des eigenen Abkömmlings, den Nachlass verwalten. Bei der Dauertestamentsvollstreckung soll der Testamentsvollstrecker nach der Erledigung der ihm sonst zugewiesenen Aufgaben, die Verwaltung, beispielweise von Immobilieneigentum, fortführen, vgl. § 2209 Satz 1 Halbsatz 2 BGB. Die Dauertestamentsvollstreckung wird auf 30 Jahre beschränkt, es sei denn, der Erblasser ordnet an, dass die Verwaltung bis zum Tode des Erben oder des Testamentsvollstreckers oder bis zum Eintritt eines anderen Ereignisses in der Person des einen oder des anderen fortdauern soll, vgl. § 2210 BGB.

III. Vermächtnisvollstreckung

Dem Erblasser steht es bei der Gestaltung seines Testaments frei, bestimmte Gegenstände als Vermächtnisanordnung auf eine von ihm gewählte Person zu übertragen. Den Vermächtnisnehmer kann der Erblasser mit einer Auflage beschweren. Beispielweise erhält der Vermächtnisnehmer ein Ferienhaus, welches er den Abkömmlingen des Erblassers im Sommerurlaub für drei Wochen zur Verfügung stellen muss. Ein Testamentsvollstrecker kann hier beispielweise die Einhaltung der Auflage - sogenannte Beschwerung – veranlassen und überwachen, vgl. § 2223 BGB. Dem Testamentsvollstrecker kann auch zur Verwaltung des Vermächtnisgegenstandes bestimmt werden.

 
 

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